Sterntaucher, Gänsesäger und Co: Winterbesuch aus dem Norden
Mittwoch, Dezember 2nd, 2009Bei meinen heutigen Streifzügen durch das hiesige Unterholz konnte ich einige interessante Beobachtungen in unser vom Jahreszeitwechsel geprägten Vogelwelt machen.
Während viele unserer heimischen Brutvögel schon die Koffer gepackt und gen Süden gezogen sind, treffen nun viele Brutarten Nord- und Osteuropas bei uns ein, um hier die noch vorhandenen Nahrungsquellen zu nutzen und zu überwintern.
So konnte ich Beispielsweise einen wunderschönen Sterntaucher beobachten, der seinen Namen einem roten Halsfleck verdankt. Oder mehrere zu den Entenvögel zählende Gänsesäger, die mit ihrem säge-artigem Zackenschnabel hervorragende Fischer sind. Auch die ersten Fichtenkreuzschnäbel konnte ich bei ihrer emsigen Suche nach Fichtensamen beobachten, ihr überkreuzt stehender Schnabel ist dazu das perfekte Werkzeug. Sie kommen oft invasionsartig nach Mitteleuropa, wenn in ihren Habitaten Futterknappheit herrscht. Auf Grund ihrer hohen Spezialisierung auf Fichtensamen, haben sie auch im Winter einen reich gedeckten Gabentisch, weshalb winterliche Bruten selbst bei Minusgraden keine Seltenheiten sind.
Gleich mehrere Silberreiher entdeckte ich stolzierend und geduldig wartend im hohen Schilf. Diese großen, leuchtend weiss gefärbten Meisterfischer waren noch vor ein paar Jahren eine echte Seltenheit in unseren Breiten. Im Zuge der globalen Erwärmung kann man ihren grazilen Anblick nun aber regelmäßig vor unserer Haustür genißen. Am Ufer erspähte ich zwei echte Neubürger: Nilgänse. Diese bunten Wasservögel stammen, wie ihr Name verrät, aus Ägypten. Da sie in Europa als beliebte Ziervögel in Parks gehalten wurde, konnten sich in den letzten Jahrzehnten frei brütende Populationen bilden, die sich immer weiter ausdehnten, von den Niederlanden über den Rhein bis in die Schweiz und über die Donau bis nach Österreich. Solche tierischen Neubürger nennt man Neozoen.
